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Nostr 2026: Wo steht das Protokoll heute?

28.02.2026 NostrWebapp

Wer Nostr noch als Twitter-Klon für Bitcoin-Nerds abtut, hat die letzten zwei Jahre verschlafen. Das Protokoll hat sich fundamental weiterentwickelt – und die Geschwindigkeit nimmt zu.

Das NIP-Ökosystem wächst schnell

Die Stärke von Nostr liegt in seiner Erweiterbarkeit. Über sogenannte NIPs (Nostr Implementation Possibilities) wird das Protokoll schrittweise ausgebaut – ohne dass eine zentrale Instanz entscheidet, was erlaubt ist. Das NIP-Repository zählt inzwischen fast 3000 Commits, allein im letzten Jahr. Jüngste Entwicklungen umfassen NIP-46 für Remote-Signing, NIP-55 für lokale Signer-Apps auf Android, und NIP-60 für Lightning-Wallet-Integration direkt im Protokoll.

Primal, einer der aktivsten Nostr-Clients, hat NIP-46 und NIP-55 gleichzeitig in seiner Android-App ausgerollt und positioniert sich damit als universeller Signing-Hub für andere Apps.

Verschlüsselte Gruppen mit MLS

Das Marmot-Protokoll-Team arbeitet an sicherer Gruppenkommunikation auf Basis von MLS (Messaging Layer Security), dem gleichen Standard den Signal und WhatsApp nutzen. Nach einem Sicherheitsaudit wurden 18 Pull Requests gemerged, die die Implementierung härten.

Mehr als Social Media

Nostr wird zunehmend als Koordinationsschicht für völlig andere Anwendungsfälle genutzt: dezentrale Git-Repositories, Marktplätze, Wikis, sogar Torrent-Sharing läuft über Nostr-Events. Das macht das Protokoll zu einer Art dezentralem Klebeprotokoll für das offene Web.

Wo es noch hakt

Relay-Discovery – also die Frage, auf welchem Relay die Notes einer bestimmten Person liegen – ist nach wie vor das ungelösteste Problem. Das ändert nichts daran, dass Nostr das einzige dezentrale soziale Protokoll ist, das echte Nutzer hat und aktiv weiterentwickelt wird.